Rentenkompromiss halten – keine Rückkehr zur Frührente

MIT Schleswig-Holstein zur Diskussion um die Abschaffung der „Rente mit 63“

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Schleswig-Holstein warnt davor, den von der Alterssicherungskommission ausgehandelten Rentenkompromiss wieder aufzuschnüren. Dazu gehört auch, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren – die sogenannte „Rente mit 63“ – auslaufen zu lassen. „Der Kompromiss wurde parteiübergreifend von Politik und Wissenschaft erarbeitet. Wer jetzt einzelne Punkte herausbricht, gefährdet die gesamte Reform. Rosinenpickerei können wir uns angesichts der demografischen Entwicklung nicht leisten“, erklärt der MIT-Landesvorsitzende Stefan Lange. Die abschlagsfreie Frührente ist aus Sicht der MIT einer der teuersten rentenpolitischen Irrtümer der vergangenen Jahrzehnte. Sie belastet Beitrags- und Steuerzahler jährlich mit Milliarden und entzieht dem Arbeitsmarkt erfahrene Fachkräfte „Die Rente mit 63 ist teuer, ungerecht gegenüber der jungen Generation und schädlich für unseren Wirtschaftsstandort. Der Staat darf nicht länger mit Steuergeld den vorzeitigen Ausstieg aus dem Berufsleben fördern, während den Betrieben überall Arbeits- und Fachkräfte fehlen“, so Lange. Gerade der Mittelstand leide bereits heute massiv unter Personalmangel. Mit jedem vorzeitigen Renteneintritt gingen Erfahrung, Wissen und Arbeitskraft verloren. Deshalb müsse die abschlagsfreie Frührente zügig und ohne jahrelange Übergangsfristen auslaufen. Statt weitere Anreize für einen frühen Ruhestand zu setzen, fordert die MIT bessere Bedingungen für freiwilliges längeres Arbeiten: attraktive Zuschläge beim späteren Renteneintritt, steuerfreie Hinzuverdienstmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten und Teilrenten sowie mehr betriebliche Prävention und Gesundheitsschutz. Die Aktivrente sei dafür ein wichtiger Schritt. Für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können, müsse es weiterhin verlässliche Ausnahmen und soziale Absicherung geben. „Wer nicht mehr arbeiten kann, braucht Schutz. Wer aber länger arbeiten kann und möchte, darf nicht ausgebremst werden. Die Bundesregierung muss jetzt Kurs halten und den Rentenkompromiss vollständig umsetzen“, fordert Lange. Ein Rückfall in die staatlich geförderte Frührente wäre teuer, generationenungerecht und ein schwerer Fehler für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

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